Ausstellungsinformation zur Gruppenausstellung „Interferenzen gleicher Neigung“

( Kristina Berning, Fee Kleiss, Diana Sirianni )

von Maria Strassmann


Diana Siriannis Raumcollagen bestehen aus Fragmenten, die sich unendlich transformieren und vervielfältigen. Es handelt sich zum Einen um feste Materialien, die wie Bausteine wiederverwendet werden. Zum anderen werden Fotos vergangener Installationen zu neuen Fragmenten verarbeitet. Somit vervielfältigt sich der Werkstoff für Siriannis Installationen von Ausstellung zu Ausstellung. Ausgangspunkt der Intervention in dieser Ausstellung ist das noch mit Material gefüllte Atelierregal. Diese Materialien, genauer die Instrumente der künstlerisch - handwerklichen Praxis, verweisen auf eine prozesshafte Aktivität des Arbeitens selbst. Die Arbeitsspuren, welche sich auf den Gegenständen abzeichnen, verbinden sich direkt mit den von Sirianni geschaffenen artifiziellen Fragmenten. Beide beinhalten Prozess, Bearbeitung und Zeit. Beide sind  Spuren einer Aktivität, deren Ziel nicht mehr identifizierbar ist, also defunktionalisierte Spuren. Siriannis Arbeit ist wie ein - sich immer neu erfindendes - Ensemble, welches das bisher erlebte mit sich bringt und sich mit allem Neuen verbindet.

Kristina Bernings Skulptur Massiv bildet nahezu einen in Stein fixiertes Echo zu Siriannis tanzender Zersplitterung. Stein ist das schon immer dagewesene, das ewige Material schlechthin. Stein ist stabil, formbeständig und schwer. Die diesem Material einmal gegebene Form ist normalerweise nur durch den Preis des Materialverlusts veränderbar. Hier wurden jedoch genau anders herum gearbeitet: Steinfragmente wurden in einem Eimer gesammelt und anschließend mit Zement übergossen und somit fixiert. Nach Aushärtung wurde das Konglomerat zerschnitten. Diese Arbeit ist deutlich fragmentiert und dennoch eine massive Einheit. Der Herstellungsprozess liegt radikal offen. Dies passiert ebenso bei Counterpart 2. Hier handelt es sich um eine an drei Stellen geöffnete Metallstange. Diese wurde mit einer Flex aufgetrennt und anschließend aufgebogen. Das dichte, starre Material wird hier in sein Gegenteil verkehrt. Es wirkt nun leicht und organisch.

Fee Kleiß´ skulpturale Malerei steht formal und inhaltlich im Bezug zu den Arbeiten von Sirianni und Berning. Zu sehen sind metallisch wirkende Stangen, die tropfenartige Formen in die Höhe pressen. Diese Darstellung changiert zwischen abstrakter Malerei und figürlicher Malerei von abstrakten Formen. Dieser feine, prägnante Unterschied verleiht Ihrer Malerei eine skulpturale Anmutung. Diese wird unterstützt durch die Tatsache, dass die Formen klassische, bildhauerische Fragestellungen thematisieren: Stützen, Tragen, Liegen, Lasten.